Technik

Cool und katastrophal – eine Misere

Staubsaugerrobotoren sind geil. Wir haben auch einen – einen Roomba. Unser Roomba heißt meistens Robbie. Robbie fährt in unregelmäßigen Abständen durch unsere Wohnung. Er ist eines der Modelle, die noch nicht so ganz schlau sind. Manchmal fährt er gegen Türen oder fängt irgendwelche Socken ein. Das ist doof.
Manchmal wünschte ich mir, dass Robbie noch schlauer wäre. Er könnte automatisch starten, wenn wir das Zuhause verlassen (Zeiten programmieren kommt durch Schichtdienste nicht in Frage) oder wenn der Kalender sowieso weiß, dass niemand Zuhause ist. Das wäre cool … zumindest solange, wie das alles in meiner Kontrolle bliebe. Aber weit gefehlt. So ist es eben nicht.

Das ist wie mit so coolen smarten Glühlampen. Die kommunizieren ständig mit irgendwelchen Servern und irgendwer weiß theoretisch, dass ich die Glühlampe von einem ganz anderen Ort aus eingeschaltet habe – oder zeitlich programmiert, weil ich gerade im Urlaub bin … puh. Privacy? Eine Vollkatastrophe. Aber irgendwie cool.

Und jetzt kommt iRobot

Der US-Hersteller iRobot will die Daten, die seine Roomba-Staubsaugerroboter über die Wohnungen der Kunden gesammelt haben, an Amazon, Apple oder Google verkaufen.heise.de

In so einem total coolen Video zeigt iRobot, wie schlau das neue Modell ist. Es erstellt direkt einen Grundriss (und natürlich mehrdimensional) und zeigt, wo es schon gereinigt hat. Weiß also auch wo es wieder hin muss, wenn zwischendurch mal der Akku geladen werden muss. Cool. Unser altes Modell startet dann immer unintelligent wieder am Ausgangspunkt und reinigt unter Umständen einige Ecken viel zu selten.

Cool und katastrophal

Es sind verschwimmende Grenzen. Grenzen zwischen cool und katastrophal. Cool sind diese ganzen smarten Funktionen allemal. Aber ist es auch so cool, wenn Amazon & Co jetzt die Grundrisse von unseren Haushalten bekommen!?
Von der Straße und vom Satelliten betrachtet kennt man unseren Haushalt ja eh. Und die tolle Konsumforschung weiß auch relativ gut was wir sonst so haben, brauchen und wollen. Siri, Amazon Echo und Google ergänzen da ganz gut.
Wir sind also eh gläsern, da kann der Staubsauger auch ruhig petzen, dass wir ein bisschen Unordnung Zuhause haben und dafür dringend mal ein neues Regal bräuchten!? Immerhin könnte direkt ein passendes Regal rausgesucht werden und man muss nix mehr messen … cool, aber … es bleibt das aber … und genau aus diesen Gründen sind Smart-Home-Hub Lösungen wie die Protonet ZOE Idee so wichtig … wir brauchen sie, damit cool und katastrophal ein wenig weiter zusammenfinden.

Ich will und ich bin bereit

Ich will diese ganzen smarten Features – oder zumindest einen Teil davon. Aber ich möchte dafür nicht meine ganzen Daten hergeben und auf meine Privatsphäre verzichten. Dann zahle ich lieber XY Euro an ein Unternehmen, dass sich für Privacy einsetzt und entsprechende Lösungen schafft – Protonet und Threema sind da jetzt nur zwei Beispiele 🙂

Und du so?

Und du so? Findest du es doof wenn Apps oder Produkte Geld kosten? Hast du dich schonmal gefragt wie Entwickler leben, wenn sie für ihre Arbeit kein Geld bekommen? Mit Luft und Liebe? Denk mal drüber nach. Auch du würdest deine Arbeit selbstverständlich monetarisieren wollen. Aber manchmal ist es doch mit Geld einfach schöner als mit den eigenen Daten. Oder?

Beitragsbild: CC BY-SA 4.0 Maik Meid.

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