Pokémon Go, Snapchat und irgendwas mit Bildung

Nach den bösen Smartphones und Snapchat nun also Pokémon Go. So ist das Leben. Und es gehört dazu. Wie der Buchdruck und die Dampfmaschine. Und verdammt nochmal, wir müssen wissen was junge Menschen interessiert und bewegt.

Ich habe wieder einmal etwas eher befremdliches, aber irgendwie leider doch alltägliches erlebt. Es ging um das Thema Pokémon Go und die jungen Menschen. Die können dann ja gar nicht mehr zwischen der Realität und Wirklichkeit unterscheiden. Außerdem fragte man sich, was das überhaupt bringen würde …

Hat jemand von euch eine Antwort auf die letzte Frage? Ich nicht. Aber muss man eine Antwort auf eine solche Frage haben? Meine Antwort auf diese Frage: Nein. Weil es auch nicht auf Fragen zu irgendwelchen altmodischen Dingen immer Antworten gibt – weil es die auch vielleicht nicht immer geben muss!

Von Sinnhaftigkeit zum Bildungsauftrag

Menschen die mich kennen wissen, dass ich mich in meiner Freizeit (zumindest noch teilweise) ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiere. Dort gebe ich jungen Menschen mein Wissen weiter oder meistens lerne ich eher viel von eben diesen jungen Menschen – weil ich auch gar nicht mehr so jung bin mit meinen 29 Jahren. Gegenseitige Bildung könnte man es nennen – vielleicht gibt es auch einen Fachbegriff.

Aber zurück zu den jungen Menschen von denen ich lerne (und damit meine ich nicht ausschließlich meine 9jährige Nichte, die mir ein Problem am Smartphone wunderbar erläutern kann): junge Menschen zeigen mir immer wieder, dass man irgendwie doch unbedingt mit der Zeit gehen muss. Man muss nicht alles ausprobieren oder mitmachen, aber man sollte zumindest ein wenig Bescheid wissen – vor allem, wenn man sich in solchen Gefilden, wie der Jugendarbeit, bewegt.

Was man mag und was man kennt

Ich mag kein Whatsapp. Warum? Weiß ich gar nicht so richtig. Vielleicht wegen dem anfänglichen Datenschutzwirrwarr, wegen dem Chaos oder wegen was auch immer. Trotzdem versperre ich mich dem Messenger gegenüber nicht, denn in der Jugendarbeit und in meinem Freundeskreis ist Whatsapp ist nunmal nach wie vor sehr beliebt.

Facebook hingegen mag ich sehr. Warum? Es ist informativ, ich erziele eine Reichweite und kann gut damit arbeiten. Andere Menschen mögen Facebook nicht und das kann ich irgendwie ja auch ganz gut verstehen. Aber auch Facebook gegenüber kann ich mich nicht verschließen. Warum? Naja die Gründe sind ähnlich wie die bei Whatsapp.

Snapchat? Nutze ich gelegentlich. Ein richtiger heavy user bin ich aber nicht. Aber ich weiß zumindest was Snapchat ist und dass junge Menschen den Dienst nutzen (zumindest noch so lange nicht zu viele Erwachsene dort sind). Viele Menschen – auch in meinem Alter – wissen nichtmal, dass Snapchat eine App ist oder haben gar den Begriff Ephemeral Media schonmal gehört.

Pokemon-GoUnd Pokémon Go!? Ich habe nie was mit Pokémon am Hut gehabt, aber ich weiß irgendwie was es damit auf sich hat. Und ich weiß auch um die App, die momentan (fast) die ganze Welt bewegt.
Ausprobiert habe ich Pokémon Go übrigens auch. Nicht weil ich ein Fan bin oder weil ich es jetzt stundenlang spielen will. Ich möchte einfach wissen was das ist und was die Menschen mit denen ich zu tun habe so machen.
Übrigens: den Grundgedanken von dem Spiel finde ich mal ziemlich geil. Realität und virtuell spannend miteinander verknüpft. Achja: und jetzt gehen ja auch endlich mal alle wieder nach draußen, weil junge Menschen ja sonst nur vorm Computer Tablet hängen. Was wollt ihr mehr? 🙂

Mit der Zeit gehen

Das gehört alles irgendwie zum Leben dazu. Man muss nicht jeden Dienst nutzen oder super kennen. Aber man muss doch wissen, was (junge) Menschen bewegt und womit sie ihren Alltag verbringen.

Und nein: Social Media ist nicht böse und lässt automatisch den Realitätssinn verschwinden. Ausnahmen gibt es immer. Die gibt es aber auch bei allen anderen Dingen auf dieser Welt. So richtige Leseratten verlieren manchmal auch den Blick für die Realität oder so manch ein Monopoly Spieler.

Also: neue Dinge sind nicht schlimm. Sie sind nur anders 🙂 Und verteufeln hat schon beim Buchdruck oder bei der Dampfmaschine nichts gebracht … zum Glück!

Irgendwie musste das einfach mal raus. Und nein, ich bin nicht alt und denke das auch nicht 🙂

2 Kommentare zu “Pokémon Go, Snapchat und irgendwas mit Bildung

  1. KlausKachinsky

    Also für jeden Pokemon-Fan, vor allem für alle die, die mit den Spielen groß geworden sind ist Pokemon Go ein erster Schritt seinen Traum als Pokemontrainer zu leben! Man muss fairerweise sagen, dass PokemonGO nicht an das richtige Pokemon Kämpfen und Sammeln dran kommt, aber das hat man glaube ich auch nicht erwartet. Gut finde ich, dass man pro Kontinent andere Pokemon finden kann und man nur alle fangen kann, wenn man sich (theoretisch) auf Weltreisen begibt.

    Auch das ausbrüten der Eier ( aus denen verschiedene, seltene und starke Pokemon je nach Anzahl der zu laufenden Kilometer schlüpfen ) ist ein tolles Feature um den Realismus näher zu bringen.

    Doch hier wurden sehr schnell die ersten Tricks geleakt. Durch das fahren mit dem Auto oder einem Stapler während der Arbeit, können Eier auch ausschlüpfen, genauso wie durch das anbringen des Handys an einen Ventilator oder ähnlichen, bewegenden Mitteln.

    Das verstellen des Handy Standortes hat schließlich auch dazu geführt, dass jede Person jedes Pokemon überall finden konnte, das hat den Spaß genommen.

    Zulett noch zu sagen ist, dass Leute die in einer Stadt wohnen direkten Vorteil gegenüber den Leuten haben, die auf einem Dorf wohnen. Mehr Pokestops, führen dazu, dass man mehr Items, Eier und Gegenstände finden kann.

  2. Ich denke mal der Hipe ist rückläufig und ich bin eh aus dem Alter raus, dafür habe ich weder Bock noch Zeit aber die Idee der Entwickler ist so einfach wie genial, Respekt dafür!

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