Ich gehöre zur Generation Y und bin ein digitaler Ureinwohner. Privatsphäre ist mir wichtig – tolle neue Gadgets und Möglichkeiten aber auch. Meine Daten sollten an und für sich mir gehören. Mir ist durchaus bewusst, dass App-Entwickler auch irgendwie leben müssen und darum bin ich immer gewillt für Leistungen auch zu zahlen.
Ich nutze keine Dropbox, Google-Services nicht für private Daten. Ich habe eine eigene Cloud. Ich habe mehrere Echos und bin total happy über das wachsende Smarthome. Klingt irgendwie verquer!? Kann und soll es auch sein. Soweit vorweg.

Es gibt Alternativen zu WhatsApp

An dieser Stelle möchte ich mich heute aber stark machen für einen besonderen Messenger. Und nein es ist nicht der Messenger aus dem Hause Facebook. Dieser Messenger ermöglicht eine Nutzung ohne Handynummer oder Mailadresse. Er bietet eine Open Source Verschlüsselung. Und er bietet eine  Ende-zu-Ende Verschlüsselung, wobei der private Schlüssel immer auf dem eigenen Gerät bleibt.

Es handelt sich um Threema. Ein Messenger aus der Schweiz. Ein Messenger, der von Anfang an auf Datensparsamkeit und Anonymität getrimmt wurde. Ein Messenger, den in meinem Bekanntenkreis (noch) zu wenig Menschen nutzen. Und es ist ein Messenger der Geld kostet … puh … für viele ist das ja ein K.O. Kriterium … Entwickler leben ja bekanntlich von Luft und Liebe!? Aber das ist ein anderes Thema.

Was kann Threema so?

Ich möchte ehrlich mit euch sein. Threema ist ein Messenger. Und als solcher kann Threema letztlich auch alles das, was WhatsApp und wie sie alle heißen so können – Nachrichten verschicken, Gruppen gründen, Sprachnachrichten … und und und.

Was Threema noch so kann? Umfragen und Abstimmungen erstellen. Anonym chatten ohne Angabe der Handynummer. Eine Synchronisierung mit dem Telefonbuch als KANN-Möglichkeit.

Vor allem kann Threema aber meine Daten schützen. Das tut es auch besser als andere Messenger. Durch andere Verschlüsselungen und verifizierbare Kontakte. Das wäre hier jetzt aber etwas zu viel. Könnten Interessierte aber direkt bei Threema nachlesen.

Neben den Verschlüsselungsthemen ist mir aber ein Punkt an der ganzen Geschichte besonders wichtig. Es ist ein anderer Anbieter und eben nicht auch noch Facebook. Facebook kennt mein Verhalten bei Facebook selbst und bei Instagram auch noch. Da will ich nicht mein Messenger-Verhalten auch noch bei diesem einen Anbieter speichern.

Schon gewusst? Was Facebook so mit unseren WhatsApp-Daten macht

Was Facebook so mit unseren Daten anstellt und was das auch mit dem Kauf von WhatsApp zu tun hat könnt ihr in unzähligen Berichten nachlesen. Hier nur eine kleine Auswahl:

Es ist einfach nicht so richtig cool. Bei Netzpolitik.org gibt es sechs gute Gründe, den Messenger zu wechseln:

  1. Falsches Werbeversprechen: Die Verschlüsselung kann umgangen werden.
  2. WhatsApp ist nicht kostenlos
  3. Endlich mit ruhigem Gewissen chatten
  4. Es ist so einfach
  5. Gegen den intransparenten Monopolisten
  6. Vorangehen lohnt sich

Threema

Den Messenger gibt es für iOS, Android und Windows Phone. Schaut mal in euren Appstore oder Playstores oder wie auch immer. Für iOS kostet der Messenger einmalig 3,49 €. Dafür bekommt ihr einen tollen Dienst und erhaltet eure Daten ein Stück weit zurück. Achja … und Entwickler leben natürlich nicht von Luft und Liebe.

Meine Threema ID lautet übrigens HDX7AJB2 – falls ihr mir schreiben wollt. Meine Handynummer bekommt ihr nicht 🙂

Übrigens

Ich kann mich (aktuelle) nicht komplett von Whatsapp lösen, da ich beruflich mit jungen Menschen zu tun habe. Ich kommuniziere mit ihnen und sie kommunizieren nunmal per Whatsapp – und ich will mich nicht abschneiden. Aber es ist unser aller Aufgabe Menschen aufzuklären. Und das sollten wir viel öfter tun.

Und darum eine Bitte

Liebe Eltern, liebe Kinder, liebe Lehrer*innen, liebe Erzieher*innen, liebe Kolleg*innen, liebe Freunde und alle darüber hinaus,

nutzt Alternativen zu WhatsApp. Bei der Kommunikation miteinander, übereinander und sowieso. Es gibt schon viele gute Gründe, warum immer mehr Unternehmen die Unternehmenskommunikation via WhatsApp verbieten.

Danke.

Foto: CC BY-SA 4.0 Maik Meid

 

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2 Comments

  • Chris
    Posted 6. Januar 2018 at 17:31 0Likes

    Mein Kumpelt wollte in unserem Freundeskreis eine Revolte starten und hat von WhatsApp auf Threema gewechselt. Der Schuss ist für ihn aber leider nach hinten losgegangen, da niemand mitgewechselt hat. WhatsApp ist schon nützlich und ich würde nicht darauf verzichten wollen.

    • Lucas
      Posted 7. Januar 2018 at 18:15 0Likes

      Gegen die Nützlichkeit sage ich nichts. Aber Schuss nach hinten!? Naja er achtet ein wenig mehr auf seine Privatsphäre. Vielleicht ist er damit auch ein ganzes Stück nach vorne gegangen. Alles eine Frage des Blickwinkels.

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