Nun sitz ich hier und fühl mich klein!

Johannes-MaczewskiDie Ansprache fand im Rahmen eines anderen Krippenspieles (am 26.12.2015) statt, welches von Jugendlichen geschrieben und vorgetragen worden ist! An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle Beteiligten! Das Krippenspiel kann man sich unter folgenden Link noch mal ansehen, es lohnt sich!

Vor meiner Ansprache haben wir an die Kirchenwände Bilder aus dem Jahr 2015 projektiert dazu wurde das Lied von den Ärzten, „Schuld“ gespielt! Danach dann die Ansprache!
Also viel Spaß beim lesen!

Nun sitz ich hier und fühl mich klein!

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur deine Schuld wenn sie so bleibt!“
Und nun?

Vertreibung, Krieg, Flüchtlinge; 1000facher tot auf dem Meer, ertrunkene Kinder und Erwachsene, verzweifelte Menschen wo man hinblickt!
Was soll ich machen? Kann ich was machen?
Mir geht es gut hier! Ich kann spielen, lachen, tanzen…
Soll ich das nicht mehr machen?
„ Es ist nicht meine Schuld, dass die Welt so ist wie sie ist! Pause
Es ist nur meine Schuld wenn sie so bleibt!“
Tausende Menschen Spenden, Zeit, Geld, Unterkunft, Klamotten! Das ist toll, dass ist wichtig!
Reicht das?
Ist es dass, was die Welt verändert?
Oder kann Ich mehr tun?
Wie oft möchte ich schreien: „Hey ihr da, die ihr die Häuser ansteckt, Die die auf die Straße gehen und Hass aus Angst verkünden, ihr da, die auf die Schwächsten der Schwachen losgehen! Denkt mal nach ihr Hirnlosen was ihr da tut! Ihr tretet alles das wofür Christus auf die Welt gekommen ist mit Füssen! Hört auf!“
Ja, dass kann ich tun, immer wieder auf Demos, in der Kneipe, beim Verein und in der Familie!
Ist es das? Ist es dass was etwas bringt? Ja auch, dass ist wichtig!

Aber wir sollten uns nicht vergessen, was mache ich? Mache ich alles richtig? Wo fängt es an?

Wo fängt es bei mir an, dass diese Welt so ist wie sie ist? Und sie ist Krank!
Wieso verlange ich immer nur von anderen das Sie das tolerieren sollen was ich toleriere? Was ist mit den Sachen die ich falsch mache? Fast täglich trete auch ich die Botschaft Christi mit den Füssen!
Menschen die anders sind als ich, die andere Ansichten haben, hintergehe ich. Ich gehe dem offenen Wort aus dem Weg! Wenn der Vorgarten meines Nachbarn, nicht ordentlich ist, muss er doch noch andere Fehler haben!
Fehler haben wir alle, aber wir sehen die meisten immer bei den anderen! Passt einer nicht wollen wir ihn verändern, so wie wir ihn haben wollen! Fängt es da nicht schon an? Sollten wir nicht direkt bei uns anfangen die Welt zu ändern? Zu akzeptieren das Gott uns alle unterschiedlich gemacht hat! Und wir nicht, was wir nicht verstehen oder was für uns gesellschaftsfremd ist verbannen und verfolgen? Viel zu wenig schauen wir genau hin, wir sehen eine Oberfläche und verurteilen!

„Ich sehe nicht den Menschen an sondern das Herz“ So steh es in der Bibel, jenes sollten wir auch tun! Es ist nicht einfach, aber dort beginnt es, wo wir die Welt ändern können, ganz nah bei uns! In unserem Herzen!
Lasst uns lernen zu vergeben und zu akzeptieren! Lasst uns lieber Hände reichen als sie abzuschlagen! Dann fangen wir an bei uns etwas zu ändern!
Lasst uns dankbar dafür sein was wir haben, denn es geht uns, verdammt noch mal, so richtig gut! Besonders wenn wir uns in der Welt umschauen!
Wie klein sind doch unsere „Hausgemachten“ Probleme gegen das was wir sehen! Und ich glaube, dass es sehr wohl möglich ist diese Probleme schnell zu überwinden, wenn wir wirklich etwas ändern wollen! Veränderung fängt im eigenen Kopf statt auch bei mir und bei dir! Wie können wir verlangen das Alle Menschen sich akzeptieren wenn wir uns untereinander noch nicht einmal Akzeptieren!
In dem gerade gehörten Lied, heißt es“ Glaub keinem, der Dir sagt, dass Du nichts verändern kannst“
Jeder kann etwas verändern, der eine mehr der andere weniger! Wenn aber jeder soviel ins positive verändert wie er kann wird sich die Welt verändern! Wir müssen es nur tun. Und zwar heute, morgen und an allen Tagen! Mal ein bisschen, mal mehr! Wir dürfen es nur nicht vergessen in unserem Alltag, dass es bei uns anfängt und nicht bei den anderen!
Oft wird gesagt, und ich zitiere: „Von der Kanzel wird das eine gepredigt, dass was man dann tut sieht leider immer anders aus“ Ich möchte diesem Wiedersprechen können! Lasst uns gemeinsam wiedersprechen! Lasst uns den Kreis brechen und wirklich die christliche Botschaft mitnehmen, lasst uns friedlich und tolerant sein, lasst uns lieben und helfen, lasst uns Dankbar sein für das was wir haben! „Nehmt aneinander an, wie Christus uns angenommen hat“ mit Liebe! Wir sollten denjenigen der anders ist Hände reichen und mit ihm reden, ihm helfen! Es wird uns nicht sofort gelingen, aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt und den können wir tun! Also lasst uns auf dem Weg machen, auf dem Weg zu einer besseren Welt und lasst uns dieses gemeinsam tun, wir sind viele und nicht alleine!
Die Liebe Gottes gebe uns die Kraft die Welt zu ändern!
Amen

Text: Johannes Maczewski, Kreisjugenddiakon im Kirchenkreis Friesland-Wilhelmshaven

Foto: Uwe Martens, ejo.de

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