Protonet Technik

Protonet und warum ich nichts bereue

Als ich mich 2014 mehr zufällig mit meinem Kollegen Uwe über das kleine Hamburger Unternehmen Protonet unterhielt wusste ich nicht, welche Bedeutung dieses Gespräch heute für mich haben würde.

Protonet war damals so richtig bekannt geworden durch einen großen Crowdfunding-Coup. Uwe und ich sind beide Technik affin. Wir legen beide wert auf unsere Daten und wir mögen Innovationen. Kaum verwunderlich also, dass wir auf das Hamburger Unternehmen kamen.

Protonet baute damals Personal Cloud Server – orangene Boxen. In einer Manufaktur in Hamburg. Auf die Server wurde dann die Kollaborationssoftware Soul installiert. Soul. Wie passend gerade für uns im kirchlichen Kontext – aber selbstverständlich auch außerhalb. Soul. Seele. Einen besseren Namen für ein solches System zu finden!? Ich glaube unmöglich.

Und heute? Protonet ist durch eine Insolvenz gegangen. Viele Mitarbeitende mussten gehen bzw. sind gegangen. Jetzt gibt es die Protonet Inc. mit Sitz in San Francisco. Viele Kunden schmeißen hin. Sie suchen nach einem vergleichbaren System (und haben bisher keins gefunden). Manche werfen das Handtuch weil sie nicht anders können … andere wollen aber auch nicht länger dabei sein. Ich verstehe beide Seiten. Es braucht langen Atem. Und den kann oder will mancher nicht leisten. 

Ich bin heute auf sieben unterschiedlichen orangenen Boxen dabei. Arbeite, kollaboriere, kommuniziere, bin Herr über meine persönlichen Daten (und über die Daten der Menschen die sie mir anvertraut haben) … und noch so vieles mehr. 

Manchmal schreibe ich mit dem Gründer Ali – natürlich via Soul. Und manchmal auch in einem Gruppenchat auf der Protonet-Box mit Leuten aus Deutschland, Österreich und den USA. Das ginge auch mit anderen Diensten – weiß ich. Was aber so schön daran ist!? Weltweit arbeiten Menschen daran, dass es weitergeht. Mit Protonet. Mit Soul. Mit der besten Kollaborationslösung die ich (bisher) kenne.

Aber wisst ihr was ich noch schön finde? Wir haben auf eine Innovation gesetzt. Eine Innovation die nicht von irgendwelchen Großkonzernen kam. Eine Innovation von Menschen die etwas verändern wollten. Sie sind auf die Nase gefallen, ja. Sicherlich haben sie auch Fehler gemacht.
Aber für uns und insbesondere mich ist das auch heute kein Grund diese Menschen nicht mehr zu unterstützen – eigentlich ist mein Ansporn noch viel größer geworden. Und auch wenn ein solches System seine Tücken hat, manchmal etwas kränkelt – es bleibt ein Produkt von Menschen mit einer ganz besonderen Vision. Und es bleibt ein Produkt von Menschen denen Datenschutz und Privatsphäre wichtig ist. Und genau das möchte ich unterstützen so gut und so lange ich kann.

Danke liebes damalige Protonet Team und danke auch an die, die heute (noch) dabei sind. Ihr macht einen guten Job. 

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