Am 25. Mai 2014 standen die Europawahlen im Kalender und nur 43,09% der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland nahmen ihr Recht zu wählen wahr. Zum gleichen Zeitpunkt standen in der friesischen Stadt Varel auch die Bürgermeisterwahlen im Kalender. An der Bürgermeisterwahl Ende Mai hatten sich 11.698 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger beteiligt, was eine Wahlbeteiligung von 57,63% ausmacht.

Da es im Mai bei der Bürgermeisterwahl zu keinem Ergebnis gekommen war, wurde eine Stichwahl am 15. Juni 2014 durchgeführt. Drei Wochen nach der ersten Wahl und eigentlich Zeit genug sich Gedanken zu machen. Gedanken darüber ob man zu Hause ist oder ob man lieber per Briefwahl wählen möchte. Gedanken darüber, ob man im Lande ist oder vielleicht vorher im Rathaus vorbeischaut und seine Stimme schonmal abgibt.

Doch als gestern die Ergebnisse der Wahlbeteiligung veröffentlicht wurden musste ich ehrlich gesagt ein bisschen sehr doll schlucken. Ich bin kein großer Politiker und sicher auch nicht der Vorzeigebürger mit großen Politikinteressen, aber das geht mal gar nicht. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl des Bürgermeisters für Varel lag bei 49,87%, es gingen also nur 10.139 von 20.329 Wahlberechtigten zur Wahl.

Ein klein wenig ausgeholt

Viele Menschen beklagen sich immer, dass Politik so weit weg passiert. Was die da in Berlin verzapfen kann sowieso keiner steuern und die da in Brüssel, die machen sowieso was sie wollen … das unterschreibe ich so definitiv nicht, die Meinung kann ich aber vielleicht noch zu 0,0000001% verstehen. Dass aber das Recht einen Bürgermeister zu wählen nicht wahrgenommen wird macht mich mehr als stutzig.

Ist denn bei uns alles ok? Sind alle mit den Straßen einverstanden? Ist es ok, dass nachts keine Straßenbeleuchtung an ist? Ist es ok was in Dangast passiert? Passiert genug für Jugendliche? Haben wir ausreichende Kindergartenplätze? Sind unsere Schulen super? Ist die finanzielle Lage der Stadt so gut? Ist die Situation am Vareler Bahnhof super?

Scheinbar ist mindestens 50,13% der Wahlberechtigten unserer Stadt die Politik total egal, denn sonst hätten sie doch sicherlich ihr Recht zu wählen genutzt.

Sorry, aber man kann nicht immer nur darüber meckern was die Politik verzapft, gleichzeitig aber die Möglichkeit der Mitentscheidung und Mitgestaltung verwehren, in dem man das Recht zu wählen nicht wahrnimmt.

Und seien wir doch mal ehrlich: Meckern tun doch am Ende sowieso wieder so viele über das, was politische Entscheidungen angeht. Das Recht zu meckern haben in meinen Augen dann aber auch nur die 49,87%, die am Sonntag ihre Stimme abgegeben haben.

Natürlich wird nicht alles besser oder gut weil man seine Stimme abgibt, aber zumindest sorgt man mit seiner Stimme dafür, dass sich etwas ändern kann. Und vor allem hat man dann auch das Recht zu meckern, aber so nicht. Wir sollten nicht vergessen, wie schön es ist die Wahl zu haben und nicht einfach etwas vorgesetzt zu bekommen.

Und am Ende?

Man kann von Gerd-Christian Wagner nun halten was man will, aber er hat die Wahl für sich entschieden und damit möchte auch ich an dieser Stelle meine herzlichen Glückwünsche zur Wiederwahl aussprechen.

Titelbild: Auszug aus den Ergebnissen der Stichwahl von wahlen.kdo.de

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1 Comment

  • Lisa
    Posted 24. Juni 2014 at 11:16 0Likes

    Ich finde es unmöglich wenn man sein Recht wählen zu gehen nicht wahr nicht und nicht wählt. Bei mir in Dortmund lag die Wahlbeteiligung bei ca.37 % das ist unglaublich.
    Lg Lisa

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